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Lüftungstechnik & Systeme

Lüftung beschreibt grundsätzlich den Austausch verbrauchter Innenraumluft gegen Außenluft
Dieser Austausch kann auf sehr unterschiedliche Weise erfolgen – von rein natürlichen 
Prozessen bis hin zu hochgradig technischen Systemen.

Alle Lüftungsarten verfolgen dasselbe Ziel:

die Verdünnung und Abfuhr von Schadstoffen, Feuchte und Wärme.

Sie unterscheiden sich jedoch erheblich in Planbarkeit, Wirksamkeit, Kontrolle und technischer 
Komplexität
.

Grundsätzlich lassen sich Lüftungsarten in vier Gruppen einteilen:


Der Luftaustausch erfolgt unbeabsichtigt über:

  • Undichtigkeiten der Gebäudehülle

  • Fugen, Ritzen, Bauteilanschlüsse

Merkmale

  • vollständig unkontrolliert

  • stark abhängig von Wind und Temperaturdifferenzen

  • heute in modernen Gebäuden kaum ausreichend

Natürliche Infiltration ist kein geplantes Lüftungskonzept, sondern ein physikalischer Nebeneffekt.

Gezieltes Öffnen von Fenstern zur Lufterneuerung.

Merkmale

  • nutzerabhängig

  • zeitlich unstet

  • hohe Luftwechselraten kurzfristig möglich

Einordnung

Fensterlüftung kann wirksam sein, ist jedoch:

  • nicht kontinuierlich

  • nicht mess- oder regelbar

  • stark abhängig vom Nutzerverhalten

Sie stellt die einfachste Form aktiver Lüftung dar.

Der Luftaustausch erfolgt über ventilatorgestützte Technik.

Typen

  • zentrale Lüftungssysteme

  • dezentrale Lüftungsgeräte

  • Abluft- oder Zu-/Abluftsysteme

Merkmale

  • definierte Volumenströme

  • kontinuierlicher Betrieb möglich

  • Kombination mit Filtration und Wärmerückgewinnung

Mechanische Lüftung ermöglicht erstmals eine technisch planbare Raumluftqualität.

Komplexe Systeme mit integrierter Luftaufbereitung.

Funktionen

  • kontrollierter Luftaustausch

  • Filtration von Partikeln

  • Wärmerückgewinnung

  • Beheizung, Kühlung, Befeuchtung oder Entfeuchtung

  • sensorbasierte Regelung

Merkmale

  • hohe technische Kontrolle

  • hoher Planungs- und Wartungsaufwand

  • normativ stark geregelt

RLT-Systeme stellen die technisch anspruchsvollste Form der Lüftung dar.

Lüftungsanlagen – Funktion und Bedeutung für die Raumluftqualität

Lüftungsanlagen sind technische Systeme zur kontrollierten Lüftung von Innenräumen. Sie sorgen für einen geregelten Luftaustausch, indem verbrauchte Raumluft abgeführt und frische Außenluft in definierter Menge zugeführt wird. Ziel ist eine stabile Raumluftqualität in Wohngebäuden, Büros, Schulen und anderen Innenräumen.

Moderne Lüftungsanlagen bestehen aus Lüftungsgeräten, Ventilatoren, Luftfiltern und Lüftungsleitungen, die gemeinsam als Lüftungssystem oder raumlufttechnische Anlage (RLT-Anlage) betrieben werden. Durch Filtertechnik können Partikel wie Staub, Feinstaub oder Pollen aus der Zuluft reduziert werden, während der kontinuierliche Luftaustausch zur Abfuhr von Kohlendioxid, Feuchte und Gerüchen beiträgt. Je nach System kann die Lüftungsanlage auch Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit nehmen, entweder indirekt durch den Luftwechsel oder über integrierte Befeuchtungs- und Entfeuchtungseinheiten.

Entscheidend für die Wirksamkeit einer Lüftungsanlage ist nicht nur die Luftmenge, sondern auch die Luftführung im Raum. Eine fachgerecht geplante Luftverteilung beeinflusst, wie gleichmäßig Frischluft ankommt und wie effektiv belastete Luft abgeführt wird. Zentrale Lüftungsanlagen versorgen mehrere Räume oder Gebäudebereiche, während dezentrale Lüftungsgeräte einzelne Räume gezielt belüften. Beide Ansätze kommen in der Wohnraumlüftung ebenso wie in Nichtwohngebäuden zum Einsatz.

Lüftungsanlagen können einen wesentlichen Beitrag zu Gesundheit, Komfort und Nutzungsqualität von Innenräumen leisten. Ihre tatsächliche Wirkung hängt jedoch immer von Planung, Auslegung, Betrieb und Wartung ab. Sie erzeugen keine automatisch „saubere Luft“, sondern schaffen technische Voraussetzungen für kontrollierte und bewertbare Luftverhältnisse.

Luftleitungen 

Einfluss auf Raumluftqualität und Anlagenleistung

Der Zustand von Luftleitungen hat einen direkten Einfluss auf die Raumluftqualität und die Leistungsfähigkeit von Lüftungsanlagen. Saubere und dichte Lüftungsleitungen sind eine grundlegende Voraussetzung für eine funktionierende Luftführung und einen kontrollierten Luftaustausch in Gebäuden.

Verschmutzte Luftleitungen können den Volumenstrom reduzieren, Partikel erneut in die Raumluft eintragen und die Effizienz der Lüftungsanlage beeinträchtigen. Undichte Lüftungsleitungen führen zusätzlich zu Energieverlusten, unerwünschten Druckverhältnissen und einer Verschlechterung der Luftqualität in den versorgten Räumen.

Sauberkeit und Dichtheit von Luftleitungen

Für eine dauerhaft wirksame Lüftungstechnik müssen Luftleitungen:

  • frei von Ablagerungen und Verschmutzungen sein

  • luftdicht ausgeführt und betrieben werden

Ablagerungen aus Staub, Fasern oder Partikeln entstehen über die Betriebszeit und sind abhängig von:

  • Filterqualität

  • Luftgeschwindigkeit

  • Nutzungsbedingungen des Gebäudes

Undichtigkeiten können an Verbindungen, Klappen oder Übergängen auftreten und die Luftführung erheblich beeinflussen.

Überprüfung und Kontrolle von Lüftungsleitungen

Zur Bewertung des Zustands von Lüftungsleitungen stehen verschiedene Inspektions- und Prüfverfahren zur Verfügung:

  • Visuelle Inspektion zur Erkennung von Verschmutzungen oder Beschädigungen

  • Dichtheitsprüfungen mittels Drucktests zur Lokalisierung von Leckagen

  • Messtechnische Verfahren, z. B. Partikelmessung oder Luftstrommessung

Diese Verfahren ermöglichen eine objektive Beurteilung der Sauberkeit und Dichtheit von Luftleitungen.

Prüfintervalle und Wartung

Wie häufig Luftleitungen überprüft werden sollten, hängt unter anderem ab von:

  • Gebäudenutzung (Wohngebäude, Büro, Schule)

  • Belegungsdichte

  • Betriebszeiten der Lüftungsanlage

  • Anforderungen aus Normen und Richtlinien

Regelmäßige Inspektionen tragen dazu bei, die Raumluftqualität, die Energieeffizienz und die hygienische Sicherheit der Lüftungsanlage langfristig zu erhalten.